Was haben „Helden“ bei einem Deutschpopfestival zu suchen? Mutige Krieger, Sup![]()
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Nationalhelden,Helden der Arbeit, Tapferkeit (mehr dazu)… Begriffe, die an vieles denken lassen und bei dem ein oder anderen nicht nur positive Erinnerungen wachrufen. „Helden“ und deutsche Popmusik scheinen sich also auszuschliessen, wenn da seit dem Jahre 2002 nicht diese vier jungen Musiker wären:
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Jean-Michel Tourette (Gitarre, Keyborad), Pola Roy (Schlagzeug), Mark Tavassol (Bass) und Judith Holofernes (Gesang, Gitarre) stürmen als „Wir sind Helden“ (mehr)die deutschen Hitparaden und sind massgeblich an der Erfolgswelle einer eigenständigen deutschsprachigen Popkultur (mehr)beteiligt.
Der Weg in den Poprockhimmel war anfangs ziemlich holprig: Judith Holofernes spielte und sang ihre Eigenkompositionen in Berliner Clubs, als sie im Jahr 2000 auf einem Sommerkurs zur „Popularmusik“ die Musiker Pola Roy und Jean-Michel Tourette kennenlernte. Etwas später kam der Bassist Mark Tavassol dazu und die vier begannen Musik zu machen.
Viel Geld verdienten sie nicht damit, doch im November 2002 veröffentlichten sie in Eigenregie die EP „Guten Tag“. Mit wenig Geld, aber viel Phantasie rührten die Helden die Werbetrommel und dank „Guerrilla Marketing“ (mehr dazu) wurden sie über Berlin hinaus bekannt .2003 unterschrieben sie einen Plattenvertrag bei EMI .
Ein lukratives Geschäft für beide Seiten,vom 1. Album „Die Reklamation“( 2003)und dem Nachfolgealbum „Von hier an blind“ (2005) wurden mehr als 1,2 Millionen Exemplare verkauft und die Helden mit Auszeichnungen wie den Echo (2006) als beste nationale Rock-Popgruppe, oder dem European Border Breakers Award regelrecht überschüttet.
Was in einem Kommentar der FAZ( 11.01.2005) noch als Strohfeuer bezeichnet wurde, lodert lustig weiter. Auch das imMai 2007 erschienene dritte Album „Soundso“knüpft nicht nur an die alten Erfolge an, sondern wird von den Kritikern als “ musikalisch ein großer Schritt nach vorn“ gelobt (mehr) ( noch mehr) und von den zahlreichen Fans gekauft und in Besprechungen mit vielen Qualitätssternchen versehen (mehr)
Doch was macht den Erfolg von „Wir sind Helden“ eigentlich aus?
Leichte Musik und kritische Texte
Da ist sicherlich die leicht eingängige Musik zu nennen, anfangs Elektropop mit starken Anlehnungen an die neue deutsche Welle, später dann kleine musikalische Experimente, Hochgeschwindigkeitspop ( mehr)zum Mitsingen, leicht und melodiös.
Ja und dann sind da noch die Texte der Judith Holofernes:
Die Heldensängerin singt in ihren Liedern von Liebe, Bindungsangst, Regeln, Konkurrenz, Kommerz, Krieg … wie ein Kritiker es auf den Punkt bringt: Sie versteht es, unterhaltungsferne Themen gnadenlos unterhaltsam zu verpacken. ( mehr dazu) Die Helden sind ein Sprachrohr der hippen kritischen Intelligenz, sagen, was sie wollen, ohne ihre Zuhörer intellektuell zu überfordern. Leicht verdauliche Gesellschaftskritik also, die freundlich, aber sehr bestimmt den Nöten und Gedanken vieler jungen Menschen Ausdruck verleiht und ein klein wenig Hoffnung und Mut verbreitet.
Mir gefällt diese Verbindung von leichter, eingängiger Musik und Inhalten, die relativ einfach zu verstehen sind und trotzdem, oder gerade deswegen, zum Nachdenken anregen. Sicher ist „Wir sind Helden“ ein Botschafter neuer deutscher Leichtigkeit ohne dabei gänzlich ins Profane, Seichte abzurutschen.
Es lohnt sich einmal hinein zu hören, auf der offiziellen Webseite sind alle Lieder abrufbar. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Lied aus dem letzten Album:
Die Konkurrenz
Du fährst dein Rad am Straßenrand
begehrst nicht andrer Weib noch Land
Begehren ist dir einerlei
Du pfeifst und singst und fühlst dich frei
Du pfeifst und singst und fühlst dich frei
da zieht wer links an dir vorbei!
Vorbeiziehen ist mir einerlei
sagst du und wirst ganz blass dabei
Die Konkurrenz
Die Konkurrenz schläft nicht
Die Konkurrenz
Die Konkurrenz schläft nicht
Sag’s mir, Hippiekind!
Jetzt stehst du auf dem Dach der Welt
Die Welt hält still und dir gefällt sie
Du atmest tief und fühlst dich hier
Du fühlst dich eins mit Welt und dir
Du fühlst dich eins mit Welt und hier
Steht plötzlich einer neben dir!
Bist eins mit dir und mit der Welt
Bis einer sich für einser hält
Die Konkurrenz
Die Konkurrenz schläft nicht
Sag’s mir, kleiner Punk!
Da zieht wer links an dir vorbei
Sag, was macht das mit dir?
Dem ist dein Pfeifen einerlei
Sag was macht das mit dir?
Da steht ein andrer neben dir und fühlt sich eins
Mit dem was deins war
Nicht seins
Sag, was macht die Konkurrenz?
Du tust die Arbeit Hand in Hand
Seit’ an Seite bestellst das Land
Am morgen geht’s einig und früh aus der Falle
Und ihr singt: Alle für einen! Einer für Alle
Ihr singt: Alle für einen! Einer für Alle
und dann kommt einer und macht alle Anderen alle
Am morgen geht’s eilig und früh aus der Falle
Und du singst: jetzt bin ich der eine und ihr Anderen seid Alle
Die Konkurrenz
Die Konkurrenz schläft nicht
M: Tavassol/ Holofernes, T: Holofernes
Überzeugt von den Helden ? Dann stünde einer Einladung zum Deutschpopfestival nichts mehr entgegen,nur, Eile tut not, denn im Frühjahr gehen die vier auf Tournee und es könnte Probleme mit den freien Terminen geben
1 Antwort bis hierher ↓
irinabaeva // Dezember 2, 2007 um 4:14 |
Ja, total überzeugt!!
Fazit: die Helden werden zum Festival eingeladen und zwar dringend!
Irina.