Lernergruppe: Erwachsene, Niveau B1 -B2
Zeitaufwand: 4 Stunden
Arbeitsaufgabe 1: (Einführung, Motivationsphase)
Betrachte die 2 Fotos mit arbeitenden Menschen und suche aus der Liste passende Begriffe aus.
Du kannst die Liste durch eigene Begriffe ergänzen.
anstrengend O arbeiten O schwer O helfen O produzieren O Geld verdienen O schwitzen O Spaß haben O nützlich sein O ausruhen O leicht O hart O eine Aufgabe haben O schmutzig werden O ……………… O ……………… O ………………… O
2. Aufgabe
Finde mit Hilfe des Wörterbuches oder Internets Wörter oder Ausdrücke, die eng mit der Wortfamilie „Arbeit“ verbunden sind.
Wo findest du Hilfe?
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3.Aufgabe
„Wir sind Helden“ , eine der bekanntestes deutschen Rock-Popgruppen, veröffentlichten im Mai 2007 ihr neustes Album „Soundso“. Typisch für Musik und Texte der „Helden“ ,ist die unterhaltsam vertonte Gesellschaftskritik, die Auseinandersetzung mit der ganzen Themenpalette der „neuen Generation“. Sie singen von Liebe, Beziehung, Konsum, Konkurrenz, Krieg … und auf ihrem neuen Album auf von Arbeit.
Höre ( Höralternative) bitte „Ode an die Arbeit“ an und lese dann den Liedtext. Falls du Hilfe brauchst, klicke einfach die
unterstrichenen Würter an, oder besuche einen der oben aufgeführten Links.
Ode an die Arbeit
Sag mal – Du hast doch grade nichts zu tun
Erklär mir Arbeit -
Arbeit? Ja.
Arbeit mein Freund
- Das wird Arbeit
Na los
Na gut:
Also was das Schaf da mit dem Gras macht:
Keine Arbeit – Ach?
Was man später mit dem Schaf macht
Das ist Arbeit – Aha
Generell alles was Spaß; macht:
Keine Arbeit – Och
Generell was man im Gras macht
Keine Arbeit – Ach so
Wir singen:
Ohne Arbeit wär das Leben öde
Also sing ich müde meine kleine Ode
An die Arbeit
Und die Lilien auf dem Feld haben:
Keine Arbeit – Na ja, aber
Sie haben kein Ziel, Jens, haben kein Geld, haben
Keine Arbeit – Das geb ich ja auch zu, aber
Aber wer das Feld bestellt hat
Der hat Arbeit – Hm
Und wenn die Welt kein Feld bestellt hat?
Trotzdem Arbeit
Und wenn man ein Zelt auf dieses Feld stellt?
Keine Arbeit – Oh.
Aber wer am Morgen vor dem Zelt bellt
Der hat Arbeit – Ach,
Ein Hund hat Arbeit?
Ja, der Hund hat Arbeit
Wir singen:
Ohne Arbeit wär das Leben öde
Also sing ich müde meine kleine Ode
Ohne Arbeit wär das Leben öde
Also sing ich müde meine kleine OdeAn die Arbeit!
Los und eins und zwei und eins und zwei und: Fertig
An die Arbeit!
Los und eins und zwei und eins und zwei und:
Du bist Preußen!
Eins und zwei und eins und zwei und eins und zwei und: fertig
An die Arbeit!
Los und eins und zwei und eins und zwei und: Schluss Wofür man morgens aus dem Bett fällt
Das ist Arbeit – Okay das hab ich verstanden
Wer sein Abdomen sich zum Brett stählt:
Das ist Arbeit – Aber das tut doch wehAlso, der Atlas, der die Welt hält
Der hat Arbeit – Ach, jetzt hör aber mal auf
Wer einen Atlas für die Welt hält
Der hat – ?
Und der den Stein da auf den Berg rollt
Der hat Arbeit – Jau
Wer sein Bein hebt, übern Berg tollt:
Keine Arbeit -
Ja, aber Moment mal, was ist mit dem Hund – ?
Nein, der Hund macht Arbeit
Ah ja -Wir singen: Ohne Arbeit wär das Leben öde …
Wer ein Haus baut, einen Baum pflanzt
der hat Arbeit – ja, ist klar
Aber wer aus dem Haus schaut, um den Baum tanzt
der macht Arbeit … na ja, aber wenn…
Jetzt reicht’s aber, ihr beiden:
An die Arbeit!
Musik:Tourette/ Holofernes, Text: Holofernes
4. Aufgabe
Lese bitte den nochmals Liedtext . Was ist Arbeit, was ist
keine Arbeit? Beschreibe die Tätigkeit und die Kriterien(Arbeit ja/nein).Seid ihr mit der Einteilung einverstanden? Begründet bitte eure Meinung.
5. Aufgabe
Der Text zu „Ode an die Arbeit“ stammt von der „Wir sind Helden“Sängerin Judith Holofernes. Lest bitte den
nachfolgenden Interviewausschnitt und erklärt in einer kurzen Zusammenfassung, was Judith Holofernes über Arbeit und deren Bedeutung denkt
<!–
JUDITH HOLOFERNES
„Arbeit kann unglücklich machen“
Die Sängerin und der Gitarrist Jean-Michel Tourette über das neue „Wir sind Helden“-Album, Identität und den preußischen Arbeitsethos tief in uns
Nach „Die Reklamation“ und „Von hier an blind“ erscheint am 25. Mai mit „Soundso“ das dritte Album von „Wir sind Helden“ – albern, ambitioniert, akademisch und doch am besten, wenn die Berliner Band simple Gitarrenpoplieder über Gefühle spielt. Mit VANITY FAIR sprachen Frontfrau Judith Holofernes
und Gitarrist und Keyboarder Jean-Michel Tourette
über Arbeit, Frisurveränderungen und warum die Hauptstadt so lebenswert ist.
VANITY FAIR
Sie singen eine „Ode (An Die Arbeit)“. Derzeit wird diskutiert, ob man in Zukunft die Arbeit von der Bezahlung lösen kann, zum Beispiel durch ein Grundeinkommen für alle. Wie stehen Sie dazu?
JUDITH HOLOFERNES
Ich bin lange um das Lied herumgeschlichen, weil ich Lust hatte, einen leichtfüßigen Song zu schreiben, der sich aus einer begriffsphilosophischen Ecke dem Arbeitsbegriff nähert. Mir ging es darum, was Arbeit für die Menschen bedeutet. Und was für ein Potenzial sie hat, Leute unglücklich zu machen – ob man nun Arbeit hat oder nicht. Natürlich ist die Gefahr größer unglücklich zu werden wenn man keine Arbeit hat, weil sie in unserer Gesellschaft Identifikation schafft. Es können sich aber nicht mehr so viele Leute über Arbeit definieren, wenn so viele keine haben. Da ist die Idee, jedem ein Grundeinkommen zu garantieren, natürlich sehr hilfreich, um die Verbindung von klassischer Erwerbsarbeit und Identifikation zu lösen, weil man dann auch Sachen machen kann, die eine Herzensarbeit sind und nicht so gut bezahlt werden
- J.H.
- Weil sie damit hadern, ob sie genug arbeiten, ob das, was sie machen, wirklich wertvolle Arbeit ist. Ich finde hochinteressant, dass man sich selbst immer wieder fragt: Warum fühlt es sich weniger wertvoll an, fünf Stunden mit Freunden rumzusitzen und Dinge zu besprechen, die für unser Leben bedeutsam sind? Warum habe ich dann Schuldgefühle, stattdessen nicht gearbeitet zu haben?
- VF
- Wobei es wahrscheinlich gar nicht so einfach ist, als Musiker zu definieren, was jetzt gerade Arbeit ist und was nicht …
- J.M.T.
- Natürlich stellt man sich als Künstler oft die Frage. Man erfüllt zwar alle Kriterien von Arbeit: Man tut etwas, hat ein Ziel vor Augen, das man irgendwann erreicht – aber zu einem Zeitpunkt, den man selber bestimmt, ohne Chef, der einen drangsaliert, ohne Mitarbeiter, die einen mobben. Muss man nicht mehr leiden, um zu rechtfertigen, dass man dafür relativ gut bezahlt wird?
- J.H.
- Pola (Roy, der Schlagzeuger und Lebensgefährte von Judith Holofernes) musste erst mal lernen, wenn er frei hatte, auch wirklich frei zu machen. Obwohl wir unheimlich viel gearbeitet haben, viele Tage mehr als zwölf Stunden. Da kommt man von einem Interviewmarathon zurück und fühlt sich irgendwie komisch, weil man einfach im Café sitzt oder Spazieren geht. Das zu genießen muss man wirklich lernen. Das geht aber vielen Freiberuflern so. Sie haben keine Messlatte, kein Gefühl dafür, wann sie eigentlich genug gearbeitet haben. Deswegen machen sich ja Freiberufler auch sehr gerne kaputt.
- VF
- In Ihrer Ode singen Sie „Du bist Preußen“. Denkt man, wenn man ein Lied über Arbeit schreibt, auch übers Deutschsein nach?
- J.H.
- In dem Fall schon. Das Schreiben an sich ist für mich gar kein so intellektueller Prozess. Ich habe oft das Gefühl, die Sachen schreiben sich von alleine. Und ich bin die, die darüber kichert und beschließt, es zu behalten. Aber dieses „Du bist Preußen“ hat eingefangen, was ich in meinem engeren Umfeld beobachtet habe: Leute, die das so von sich nie sagen würden, tragen dann doch so einen braven preußischen Arbeitsethos ganz tief in sich drin
6. Aufgabe
In dem Lied gibt es eine Anspielung auf Preussen und
die preussische Arbeitsethik. Erkläre, was darunter verstanden wird
7. Aufgabe (Kommentar)
Was bedeutet Arbeit für dich persönlich? Wie wichtig ist sie für dich? Was hälst du von der Idee eines Grundeinkommens? Schreibe
bitte einen kurzen Kommentar
Falls du Lust auf weiteres Material zum Thema Arbeit bekommen hast, schau doch mal hier vorbei:


3 Antworten bis hierher ↓
anjarim // November 15, 2007 um 2:48 |
Liebe Barbara,
ich bin von deiner Lieddidaktisierung tief beeindruckt!i Ich habe hier bei dir viel gelehrnt. Deine Didaktisierung ist gut durchdacht, bietet weiterführende Materialien zum Thema und schlägt eine Brücke zum Lesen . Was mir noch besonders gefallen hat, dass sind die Links von verschiedenen Wörterbüchern. Ich werde sie auch meinen Studentinnen empfehlen.
mit freundlichen Grüßen
Anja
Tatjana // November 16, 2007 um 11:50 |
Liebe Barbara,
Ich finde Deinen Blog super!!! Und die Lieddidaktisierung finde ich auch klasse!!!
Mein dickes Kompliment!!!
Viele Grüsse
Tanja (Tutorin der 1. Expertengruppe)
irinabaeva // Dezember 2, 2007 um 3:13 |
Liebe Barbara,
nun bin ich dran, meine Begesiterung von Deiner Didaktisierung auszusprechen, und das möchte ich sehr-sehr gerne tun!
Erst mal meine Grundüberzeugung. Auch wenn jetzt viele behaupten, die Lehrer sind dafür da, um Wissen zu vermitteln, Sprachkompetenzen zu entwickeln, die Lernerautonomie zu fördern etc., bin ich der Meinung, dass der Lehrer mit einer Borschaft ins Klassenzimmer kommen soll. Problemorientierung der Lehrinhalte, Entwicklung neuer Perspektiven für/auf die eigene Welt, Geistesentwicklung der Lernenden – auch diese Aufgaben sollen vom Lehrer beherzigt werden. Und Deine Planung ist meines Erachtens ein sehr gutes Beispiel dafür! Ich glaube, dieser „leichtfüßige Song, der sich aus einer begriffsphilosophischen Ecke dem Arbeitsbegriff nähert“, gibt den Anstoß zum Nachdenken und Diskutieren. Und daraus können die Lernenden nicht nur sprachlich profitieren!
Auch didaktisch gesehen steht in Deinem Arbeitsblatt nur Sinnvolles drin! Mir gefallen Deine Arbeitsvorschläge sehr gut! Z.B. gefällt es mir, dass neben der konkreten Arbeit am Liedtext (Beschreibung der Tätigkeit und der Kriterien laut Liedtext) jedesmal die eigene Meinung des Lerners erfragt wird. Die Lerner sollen zusammenfassen, sich ein Urteil bilden, begründen – also offene, motivierende Aufgaben, die Freiraum geben und emotional ansprechen. So sollte aus meiner Sicht der Zugang zur Musik im Unterricht sein!
Mit Hilfe von weiterführenden Links wird der Text sprachlich und das Thema inhaltlich von den Lernenden erschlossen. Dabei ist das Arbeitsblatt übersichtlich und ansprechend aufgebaut, so dass sich die Lernenden darin gut orientieren können. Nicht zuletzt liegt das an der nonlinearen Struktur eines digitalen Arbeitsblattes , was einen eindeutigen Vorteil der Hypertexte darstellt.
Also, Du hast eine sehr gute Leistung vollbracht, die auch verdient, auf der „goldenen“ Beispiele-Seite verlinkt zu werden – Gratuliere!!
Herzlichst aus Russland
Irina.