Barbaras Weblog

Nachrichten im Unterricht

Januar 13, 2008 · 1 Kommentar

Eine Woche habe ich nun die deutschen Printmedien ( oder besser gesagt eine kleine Auswahl davon) beobachtet, für mich war es sehr interessant, gab es doch schon bemerkenswerte Unterschiede in der Gewichtung von Nachrichten im Vergleich Deutschland:Italien. Doch darüber soll ich hier ja nicht schreiben, sondern über die Einsatzmöglichkeiten im DaF Unterricht. Wie schon zu Beginn der Woche bemerkt, glaube ich, dass viele Artikel  für Grund-und Mittelstufe einfach zu lang und kompliziert sind. Trotzdem ist es möglich gutes und aktuelles Material zu finden. Ich habe mich dazu entschlossen, nicht mit dem kompletten Nachrichtenangebot zu arbeiten, sondern mich auf ein Thema zu konzentrieren ( und die entsprechenden Artikel in den verschiedenen Printmedien zu suchen), von dem ich annehme, dass es meine LernerInnen interessiert. In meinem Fall war es das Thema „Müllkrise in Neapel“, – für meine italienischen LernerInnen bedeutet dies, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, welches sie direkt angeht, die Reaktion und das Interesse des Auslandes auf ein (nicht nur)italienisches Problem zu beleuchten und all dies in einen grösseren Zusammenhang wie Umwelt integrieren zu können. Die ausgewählten Texte sind von LernerInnen des B2 Niveaus ohne Probleme zu bearbeiten.

Was die TV-Nachrichtensendungen betrifft, so hatte ich ziemlich grosse Probleme. Das Videoangebot konnte ich nicht nutzen ( bei mir auf dem Land gibt es nur die normale Telfonleitung), die schriftlichen Nachrichtentexte brachten keinen Vorteil gegenüber den Printmedien. Interessant fand ich jedoch die Kindernachrichten. Auf der ARD-Seite finden sich Kindernachrichten der Sendung Lilipuzz mit Audio ( relaplayer, hörbar auch mit langsamer Telefonleitung) und einfachen, kurzen (Begleit-)Texten. Deren Einsatz auch auf Niveau A2 kann ich mir gut vorstellen. Die Kindernachrichten von „neuneinhalb“ sind zwar interessant ( gut der Lexikonlink zu einigen Begriffen aus der Nachrichtenwelt), aber von ihrer Aufmachung her für erwachsene LernerInnen zu „kindlich“ und deshalb demotivierend.( Sicher gut geeignet für eine LernerInnengruppe bis 14 Jhr.).

Um im Unterricht ( B1-B2)nicht völlig auf TV-Nachrichten verzichten zu müssen, nutze ich häufig Videos, die ich per Satellitenfernsehn aufnehme. Gute Erfahrung habe ich mit der Tagesschau (um 20 Uhr) gemacht, die Länge ist überschaubar ( 15 Min.)und überfordert nicht die LernerInnen. Normalerweise aktiviere ich das Vorwissen durch ein einleitendes Gespräch über die aktuellen Nachrichten ( was ist gestern/heute passiert), danach Ansehen der Nachrichten ( normalerweise 2 mal), Bearbeitung in derGruppen : Arbeitsblatt mit 1. Kategorien und Reihenfolge der Nachrichten bestimmen, 2. richtig : falsch Aussagen, 3. die interessanteste Nachricht . Im Vergleich zum Webeinsatz sicher eine veraltete Methode, aber zumindest technisch machbar.

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1 Antwort bis hierher ↓

  • Irina Baeva // Januar 23, 2008 um 8:46 | Antworten

    Liebe Barbara,

    ich glaube, Du hast eine gute Alternative für Deine Situation gefunden! Aus meiner Sicht kommt es hier nicht auf das Werkzeug/Medium an, sondern auf die aktuellen Inhalte, die dank dieser „veralteten“ Methode vermittelt werden. Der Effekt ist wohl vergleichbar mit dem des Internets…

    Und noch freue ich mich, dass Reinhards Anregungen für die Arbeit mit den Anfängern für Dich hilfreich waren! Der Verweis auf die Nachrichten für Kinder/Jugendliche (wo komplizierte Sachverhalte mit einfachen Worten anschaulich und kurz erklärt werden) im Internet ist meiner Meinung nach wirklich gut!

    Ich bin gerade dabei, die Ideen von unserer Gruppe zum Thema „Nachrichten im Unterricht“ zusammenzufassen und möchte Dir danken: viele Ideen von Dir haben meinen Beitrag bereichert!

    Mit herzlichen Grüßen aus Russland :-)
    Irina.

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